Das hochdynamische Datenwachstum in den Unternehmen
stellt deren IT-Entscheider vor die Herausforderung, die IT- und
Netzwerk-Infrastruktur aufzurüsten und anzupassen. Big-Data-Lösungen
haben somit eine starke Investitionskomponente in den Bereichen Hardware
und Infrastruktur. Über neue Anwendungen und Delivery-Konzepte wie SaaS
und IaaS steigt vor allem das Datenaufkommen in den
Unternehmensnetzwerken und den Schnittstellen zur Public Cloud, was den
Bedarf an Bandbreite und zugehörigen Acceleration-Services antreibt.
Ein weiterer zentraler Investitionsbereich sind die
neuen Datenbank- und Analytics-Technologien, die derzeit auch die
Aufmerksamkeit der Investoren auf sich ziehen. So wurden in den letzten
24 Monaten über 30 neue Big-Data-Startups mit Kapital ausgestattet, um
ihre Technologien und Services zur Marktreife zu entwickeln und global
zu vertreiben.
Auf Basis einer Vielzahl von Research- und
Beratungsprojekten hat die Experton Group erstmals detaillierte
Marktprognosen zum Themenkomplex „Big Data“ erstellt. Die Marktprognosen
zeigen das globale und regionale Investitionsvolumen nach verschiedenen
Kategorien und bieten somit eine Planungsgrundlage für die relevanten
Lösungs- und Service-Anbieter.
Diese Firmen bilden den Kern der spezialisierten
Big-Data- Anbieter, deren Unternehmensstrategie und Portfolio
ausschließlich auf dieses Thema ausgerichtet sind. Vielfach agieren
diese als Technologie- und Know-how-Partner der etablierten und globalen
Technologie- und IT-Serviceanbieter, die im Rahmen der oft komplexen
und investitionsintensiven Projekte die Verantwortung übernehmen. Laut
Experton Group Senior Advisor Dr. Carlo Velten „sind diese
spezialisierten Big-Data-Anbieter für rund 8% der globalen Ausgaben und
Investitionen verantwortlich und belegen damit die These, dass Big Data
ein neues Marktsegment bildet und nicht ein recyceltes »BI« darstellt,
wie mitunter vermutet wird.“
Die aktuellen Marktzahlen der Experton Group zeigen,
dass im Jahr 2011 weltweit schon über 3,3 Milliarden Euro in
Big-Data-Lösungen und -Services investiert wurden. Bis zum Jahresende
2012 werden sich die Ausgaben und Investitionen auf 4,5 Milliarden Euro
erhöhen. Das mittlere Jahreswachstum (CAGR) beträgt über die kommenden 5
Jahre rund 36 %. „Der Markt für Big Data zählt somit zu den
wachstumsstärksten Segmenten des gesamten IT-Marktes und entwickelt sich
zum Zugpferd der IT-Konjunktur“, kommentiert Senior Advisor Steve Janata.
Der Wachstums-Peak wird in den Jahren 2013 (38 %)
und 2014 (40 %) erwartet, getrieben durch die initialen
Infrastrukturinvestitionen. In den Folgejahren wird sich das Wachstum
global wieder leicht abflachen 2016 (31 %). Dies ergibt sich einerseits
durch den Preisverfall auf der Technologieseite, als andererseits durch
den verstärkten Einsatz von internem Know-how in den Unternehmen. Diese
sind dann in der Lage, Big-Data-Projekte auch mit eigenen Mitarbeitern
umzusetzen, während diese Kompetenzen in den nächsten 2 bis 4 Jahren
sehr teuer zugekauft werden müssen.
Betrachtet man die Aufteilung der
Big-Data-Investitionen nach Hardware, Software und Services, fällt auf,
dass die derzeitige Marktphase eine leichte Übergewichtung auf
Infrastruktur- und Softwareseite mit sich bringt. Die Auf- und
Ausrüstung auf Server-/Storage- und Netzwerkseite sowie die Lizenzierung
neuer Software- Lösungen und Tools ist in den meisten Unternehmen
allerdings die Grundvoraussetzung, um Big-Data-Projekte zu realisieren.
Zukünftig wird mit wachsender Marktreife wieder eine Verschiebung in
Richtung Services stattfinden (43 % aller Ausgaben in 2016). Elementare
Voraussetzung ist hier der Aufbau von Vertrauen in die
Big-Data-Dienstleister in Bezug auf Integrität und Leistungsfähigkeit.


